Aktion für Tiere in Armut

Heimtierservice und Verein Flauschmenschen verteilen Spenden und Essen an Bedürftige mit und ohne vierbeinige Gefährten. Dankbarkeit bei Hundehaltern.

Für Mina ist heute ein ausgesprochen guter Tag. Das neue Steppmäntelchen passt der Jack Russel-Münsterländerin wie angegossen. Bisher trug Mina einen Kinderpullover. „Sie friert so schnell“, sagt ihre Besitzerin Julia Balkener. Die 42-jährige freut sich über das Angebot des Heimtierservices Tibisco und des Bochumer Vereins Flauschmenschen.

Zum dritten Mal baute Tibisco seine Stände vor der Bahnhofsmission und Bundespolizei am Bochumer Hauptbahnhof auf, um gesammelte Spenden an bedürftige Menschen weiterzugeben.

Hier finden eben nicht nur Frauchen und Herrchen warme Pullover, Shampoo und Jacken. Auch für ihre vierbeinigen Gefährten halten die Helfer Decken, Körbe, Futter, Leinen und viele Leckerlies bereit. „Der und ist manchmal der einzige soziale Kontakt der Menschen“, sagt Sabine Hasselbeck-Grütering von Tibisco.

Dieses Mal haben sich die Flauschmenschen eingeklinkt, die sich mit ihrer Unterstützung als eine Art „Überraschungspaket“ verstehen, wie Babette Wenzel sagt. Der seit 2016 aktive Verein hat es sich zum Ziel gemacht, Tierschutzorganisationen mit Geld und guten Taten zur Seite zu springen. „Wir finden hier die Idee gut, bedürftigen Tierhaltern zu helfen“, so Wenzel. Sie schwingt die Kelle heute an einem von den Flauschmenschen gespendeten Topf mit veganem Grünkohl und einer ebenso veganen Gulaschsuppe vom Tierschutzhof im Ruhrtal. Aktion für Tiere in Armut.

Die Menschen tummeln sich um die drei Stände, an denen sie sich und ihre Tiere versorgen können. Auch Alexandra Superiqaj hat sich mit ihrer Hündin Baley auf den Weg gemacht. „Mein Hund ist wie meine Familie. Ich habe sonst niemanden hier“, sagt die 39-jährige. Baley bekommt eine Decke. Die Hundebesitzerin selbst hält sich eine graue Strickjacke an. „Das ist doch ein starkes Teil. Heute ist hier wirklich eine Menge aufgebaut“, freut sie sich. Mit voll bepackter Tasche und Baley im Einkaufkorb geht sie später ihrer Wege.

Julia Balkener und ihr Lebensgefährte haben sich außer dem Mäntelchen für Mina ein Zelt ausgesucht, weil sie im Moment obdachlos sind. „In der Obdachlosenschlafstelle haben sie uns gesagt, wir sollen den Hund draußen anbinden. Das mach ich niemals“, sagt Balkener. Mina sieht sehr gepflegt und kerngesund aus. „Zum Glück habe ich einen Tierarzt, der sie auf Raten behandelt, wenn mal was ist.“

Das ist wirklich ein großes Glück, denn jeder, der Tiere hat weiß: Das kann im Krankheitsfall richtig teuer werden. Babette Wenzel von den Flauschmenschen wünscht sich deshalb auch für Bochum eine Initiative bei der Tierärzte, die Tiere von bedürftigen Menschen kostenlos versorgen. In Dortmund gebe es einen solchen Verein mit Namen „Do-Dog“ bereits, informierte die Tierschützerin.

Aktion für Tiere in Armut.

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